League of Legends - Test

von David Hain

02.12.2009 16:12

League of Legends: Vergesst Demigod: Hier kommt der wahre Dota-Killer

Woran merkt man, dass die eigenen Ideen ein voller Erfolg sind? Möglicherweise daran, dass kurze Zeit nach deren Veröffentlichung plötzlich unzählige Nachahmer auf der Matte stehen, die sich alle am großen Kuchen beteiligen möchten. „Demigod“, der ambitionierte Strategiemix von Chris Taylor, war vor zwei Monaten zum Beispiel einer dieser Nachahmer – ohne jedoch an den Erfolg des Vorbildes heranzureichen.

Nun steht „League of Legends“ in den Startlöchern. Beide Titel basieren auf der Idee eines anderen: Defense of the Ancients (oder kurz: Dota) machte als simple Mod für „Warcraft 3“ ein Spielprinzip berühmt, dass nun zigfach kopiert wird. Doch die Luft wird dünn für die Fanmodifikation – denn „League of Legends“ entpuppt sich im Langzeittest als äußerst würdiger Nachfolger.

Dota anyone?
Auch wenn es sicherlich ambitioniert war und sogar versucht hat, neue Wege zu beschreiten – funktioniert hat Chris Taylors Dota-Adaption „Demigod“ nicht. Allein die Tatsache, zum Start lediglich acht Helden mitzuliefern, ließ schon vor Release nichts Gutes erahnen, den Todestoß hat dem Göttergemetzel aber wohl das mangelhafte Balancing verpasst. Nach nicht einmal einem Jahr herrscht auf den Servern zumeist Flaute.

League of Legends: Bild 1Im Schutze CPU-gesteuerter Helden preschen wir gen Feindbasis.

„League of Legends“ hat da im Vergleich schon mal zumindest einen elementaren Vorteil – es lässt sich abkürzen. Zwar klingt „LoL“ nun nicht unbedingt wie von Engelszungen gesungen, aber das konnte man von „Dota“ ja auch nie behaupten. Ein anderer Vorteil ist sicherlich dieser: „Dota“-Mastermind „Guinsoo“, der die geniale Mod jahrelang betreute, fungiert hier als Lead Designer. Und der weiß wohl am Besten, wie’s geht.

Ja, wie denn eigentlich? Also: Für Dota-Unkundige sei zunächst das allgemeine Spielprinzip erklärt. In der Rolle eines einzelnen Helden patrouillieren wir über eine symmetrische Karte. An deren Ende: zwei Basen – die der unseren Fraktion und die des Gegners. Das Ziel: Das Hauptgebäude der Unholde zerstören. Im Schutze von computergesteuerten Soldaten bewegen wir uns auf drei Wegen (bzw. im Dota-Slang: Lanes) gen Gegnerbasis.

League of Legends: Bild 2Massaker: Wenn vier Helden aufeinander treffen, hagelt es meist "Kills".

Was an dieser Stelle vielleicht kompliziert klingt, ist im Spiel völlig selbsterklärend und bedarf keiner fünf Minuten, um sich einzuarbeiten. Im Grunde ist „LoL“ pure Strategie, mit dem feinen Unterschied, dass wir hier nur auf eine Einheit aufpassen müssen. Wie „Dota“ zieht „LoL“ dabei sein immenses Suchtpotential aus dem kompetitiven Element – wer einmal in ein 5vs5-Spieler-Matches bestritten hat, die Helden des Gegners malträtiert und im Team die Feindesbasis erstürmt hat, will nie wieder etwas anderes spielen. Versprochen.

 
 

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