War Rock - Interview

von Andreas Bertits

09.02.2010 14:02

War Rock: Interview mit Tracy Spaight von GamersFirst

Free2Play als Zukunftsmodell für Spiele?

Free2Play: Glaubst du, dass Free2Play das Geschäftsmodell der Zukunft ist, das irgendwann Verkaufsspiele ablösen wird?

Tracy Spaight: Ja. Das Free2Play-Geschäftsmodell ist dahingehend einzigartig, da es einen fortlaufenden Dialog zwischen Konsumenten und Publishern ermöglicht. Und erfolgreiche Publisher haben die Möglichkeit, auf den Konsumenten über einen langen Zeitraum einzugehen, indem sie Änderungen und Aktualisierungen aufgrund der Nachfrage des Kunden an den Spielen durchführen können. Wenn das Modell richtig ausgeführt wird, ist das Einnahmepotenzial viel höher als bei einzelnen Vollpreisspielen und könnte so über längere Sicht eine ernstzunehmende Bedrohung für den Markt der Verkaufsspiele in Schachteln darstellen. Natürlich haben auch einige Free2Play-Spiele eine Präsenz im Verkaufsmarkt, etwa durch Prepaid-Karten oder Zusatzpacks, die in Läden verkauft werden. Bei GamersFirst glauben wir, dass die Zukunft im Free2Play-Bereich liegt, weshalb wir den Fokus unseres Unternehmens ganz auf diesen Markt gelegt haben.
Natürlich gibt es immer Leute, die es bevorzugen, in einen Laden zu gehen, um sich dort eine schöne Schachtel mit dem gewünschten Spiel zu kaufen. Genau wie viele Musikliebhaber es bevorzugen, Vinyl-Alben zu kaufen, anstatt etwa bei iTunes Musik herunterzuladen. Aber der Trend zeichnet sich ab, besonders im Bereich der PC-Online-Spiele.

War Rock: Bild 2Das MMORPG Knight Online nutzt das Free2Play-Modell.

Der Markt der Verkaufsspiele spürt bereits den Hieb von Digital Downloads. Dies trifft nicht nur auf PC Spiele zu, sondern auf alle Produkte, die sich in Bits und Bytes zerlegen und über das Internet vertreiben lassen. Beispielsweise hat das Internet die traditionellen Vertriebswege von Musik völlig auf den Kopf gestellt. Die Verkaufszahlen von Musik-CDs fallen seit dem Jahr 2000 immer weiter. iTunes ist jetzt der größte Vertrieb von Musik auf der Welt. Tower Records beispielsweise musste Bankrott anmelden.
John Riccitello, CEO von Electronic Arts glaubt, dass Free2Play eine große Rolle in der Zukunft spielen wird. In einem Interview mit Fortune vergangenes Jahr sagte er voraus, dass am Ende dieses Jahrzehnts die klassischen $ 59 Verkaufsspiele überholt sein werden. Sogar Konsolenspiele sind nicht immun. Während eines UK Gamefest Entwickler-Events im August 2008 meinte Microsoft XBox VP David Gossen: "Es ist gar keine Frage, dass digitaler Vertrieb den physischen Vertrieb verdrängen wird."
Und Free2Play geht Hand in Hand mit dem digitalen Vertriebsweg. Wie Chris Anderson in seinem neuen Buch Free: The Past and Future of a Radical Price anmerkt, erlauben es die hohe Verbreitung von Breitband-Internet und die sinkenden Vertriebskosten Publishern, digitale Inhalte kostenlos zu vergeben. Bei GamersFirst können User unsere Spiele so lange spielen, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen, wie sie wollen. Dieses Modell erlaubt es Spielern, Spiele auszuprobieren, bevor sie Geld dafür investieren.

 
 

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